Blogparade | Being brave is not as easy as it looks.

10. April 2015
Letztens habe ich die Blogparade angekündigt und heute ist dann auch schon mein Tag gekommen. Während ich dies hier schreibe, kenne ich eigentlich nur die Struktur des Postes, wie ich jetzt beginne und alles schreibe.. ich habe keine Ahnung. Ich will hier keinen ultra professionellen Text niederschreiben, sondern will euch nur meine Erfahrungen und Gefühle näher bringen. Vielleicht haben ja einige von euch die gleichen oder ähnliche Gedanken und mein Ziel ist es euch mit Hilfe der Blogparade ein wenig Mut zu machen. Jetzt habe ich aber schon wieder zu viel geredet und fange dann mal an..


Angefangen hat eigentlich alles im Laufe der achten Klasse. Vor rund 1 Jahr hatte ich hier auf meinem Blog das Thema Mobbing aufgegriffen, habe meine Erfahrungen mit euch geteilt und genau damit hat dann auch alles Weitere angefangen. Wenn ihr daher mehr über das Vorherige erfahren wollt, könnt ihr euch hier den vorhin genannten Post durchlesen.


Nachdem ich für die 9. Klasse die Schule gewechselt hatte, war mein einziges Ziel Freunde zu finden, die mich so akzeptieren, wie ich bin. Doch bekanntlich ist aller Anfang schwer. Dies ergab sich dadurch, dass manche aus meiner Klasse meine Vorgeschichte mitbekommen hatten, durch Menschen aus meiner alten Klasse. Man gab mir also nie wirklich die Chance dazu, zu zeigen wie ich wirklich bin. Vor allem kannte sich die Klasse selbst schon seit 3 Jahren. Trotzdem verstand ich mich mit einem Mädchen relativ gut. Sie war schon fast eine Einserschülerin, meinte aber jede Prüfung, sie hätte nicht viel gelernt und das Übliche halt, wie es einige von euch sicherlich kennen. Obwohl ich schon das Gefühl hatte, dass man uns nicht unbedingt als wahre Freunde bezeichnen konnte, hielt ich ein wenig an ihr fest. Ich kannte sonst niemanden und wollte nicht wie 'früher' enden. Im Nachhinein weiß ich selbst, wie naiv und blöd das eigentlich von mir war, aber mein einziges Ziel war einfach nur, nicht wieder ganz alleine darzustehen.


Genau vor dieser Angst wollte ich mit meiner 'Freundin' mithalten. Ich rackerte mir für die ein oder andere Prüfung so richtig den Allerwertesten ab, wärend sie 'nie viel gelernt hatte'. Und die Ergebnisse waren ernüchternd. Während sie eine gute Note nach der anderen absahnte, wurde ich wieder und wieder enttäuscht. Und mit jeder schlechten Note wuchs meine Angst vor dem Versagen.
Mit der Zeit fingen auch wieder die Lästereien an, doch nicht nur von den Mitschülern. Dass diese schlecht über mir redeten, war mir von vorne rein klar. Doch durch verschiedene Freundinnen, die ich durch meine Klassenkameradin kennenlernte, erfuhr ich, dass auch Letztere manchmal richtig über mich herzog. Nachdem ich ihr dann mal ordentlich die Meinung gesagt hatte, sie ihre Fehler aber nicht einsah, trennten sich unsere Wege ab der 11. Klasse entgültig. Doch die Angst, welche sich in den Jahren aufgebaut hatte verschwand nicht.


Noch heute, 2 Jahre später, ist die Angst vor dem Versagen mit jeder Prüfung präsent. Obwohl ich mich mit der Zeit damit abgefunden habe, dass sich das Abrackern oft trotzdem nicht lohnt, kommt die Angst gerade jetzt wieder zurück. Wie viele von euch wissen, stehen meine Abschlussexamen vor der Tür und gerade in diesem Jahr, habe ich bezüglich Schulnoten schon sehr viel einstecken müssen. Obwohl ich im Moment 2 Wochen Osterferien habe, kann ich mich keinen einzigen Tag entspannen, denn ich muss jeden Tag für meine Examen lernen. Diese schreibe ich in der Zeit vom 18. bis zum 22. Mai und dann nochmal vom 1. bis zum 3. Juni. In den weiteren 2 Wochen muss ich dann noch 3 mündliche Prüfungen ablegen.


Obwohl sich die Angst nicht wirklich positiv auf mich und meine Seele auswirkt, was selbstverständlich ist, kann ich sie nie wirklich abstellen. Trotzdem sehe ich die Enttäuschen das ein oder andere Mal nicht mehr so eng und habe gelernt auch mal positiv zu denken. Ich kann wieder lächeln und probiere aus jeder Situation das Beste gemacht. Dass es zu diesem Punkt kommen konnte, habe ich mehr als sicher den Arschtritten meiner allerliebsten Freunde zu verdanken.


Ich habe verstanden, dass mir das negative Denken richtig saftige Standpauken einbringt, vor allem von Charlie. Wenn es zu dem Punkt kommt, an dem ich mir eine Nachricht von ihr durchlese, wo sie mich wortwörtlich so richtig zusammenscheißt, bin ich ihr nie böse. Wieso sollte ich auch? Ich bin ihr richtig dankbar dafür, dass sie mir so oft in den Arsch tritt. Genau dann verstehe ich nämlich, dass ich wieder an dem Punkt angekommen bin, an dem ich meine Einstellung mal wieder ändern und positiv in die Zukunft schauen muss.


Obwohl Charlie und ich nicht wirklich oft die Gelegenheit haben und zu sehen, bin ich jedes Mal umso glücklicher, wenn es wieder so weit ist. Sie ist der Halt, der mir in der Vergangenheit oft gefehlt hat, wenn ich es mal nicht geschafft habe, wieder aufzustehen. Sie ist die Hand, die mich immer wieder vom Boden aufzieht, mir dabei aber auch gerne mal eine klatschen würde. Und sie ist eine der Einzigen, die mir diese Ohrfeigen verpassen darf, weil ich genau weiß, dass sie es nur gut meint und mir unterstützt wo es nur geht. Ob sie mir nun seelisch an meiner Seite steht und mir hilft wo es nur geht, um mir mein Leben zu erleichtern. Genau deshalb veröffentlicht sie auch das ein oder andere Mal Posts auf meinem Blog, wie ihr sicherlich mitbekommen habt. Um mir eine Last von vielen von der Schulter zu nehmen.


Obwohl meine ständige Angst vor dem Versagen also immer noch präsent ist und sich im Moment wegen des Abschlusses wieder verstärkt, habe ich gelernt, wie ich damit umgehen muss. Obschon ich noch nicht an dem Punkt angelangt bin, an dem ich es selbst schaffe, mich wieder aufzurappeln und mir selbst die Tritte in den Allerwertesten zu geben, bin ich umso glücklicher, dass sich durch genau diese Angst auch gezeigt hat, wer meine wahren Freunde sind und auf wen ich mich immer verlassen kann. Im Nachhinein habe ich also immer noch Angst vor dem Blick in die Zukunft, habe aber verstanden, dass mir der Pessimismus im Leben auch nicht weiterhilft. Die Angst wird wahrscheinlich nie verschwinden, sondern immer wieder auftauchen, wenn große Entscheidungen in meinem Leben näher rücken. Trotzdem weiß ich nun auch, wie ich damit umgehen soll, dass ich immer mutig und stark bleiben muss und weiß auch, dass ich mich im Fall aller Fälle auf meine besten Freunde verlassen kann, die mir dann mal wieder ordentlich die Meinung geigen!


Hier unten findet ihr nun nochmal die Image Map der einzelnen Teilnehmerinnen der Blogparade. Lest euch die bisher erschienenen Beiträge auch durch, denn sie sind es auf jeden Fall wert! Wann ihr nun wieder etwas von mir zu hören bekommt, muss ich noch schauen. Mein monatlicher Haul, sowie ein Post zu meinen Geburtstagsgeschenken wird aber sicherlich noch kommen, auch wenn es vielleicht noch ein wenig dauern wird, denn ich weiß nun, wo ich meine Prioritäten setzen muss und will mein nächstes Ziel auf jeden Fall erreichen!
Image Map

Kommentare

  1. Ich kenne das mit dem lernen nur zu gut.
    Ich drücke dir die Daumen für deine Prüfungen.
    Beste Grüße, Chrissy

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  2. Du kannst dich wirklich glücklich schätzen, so eine tolle Freundin zu haben.
    Eine Freundin, die dein "Defizit" kennt, es akzeptiert und dir hilft, dagegen anzugehen.
    Ihr scheint ein super Team zu sein und ich glaube auch, dass dir das hilft, die nächste Hürde zu nehmen.
    Einen gewissen Leistungsdruck haben wir alle. Das ist leider heutzutage so.
    Und manche leiden eben stärker darunter, als andere.
    Aber ich glaube, du bist auf einem Guten weg und weißt, woran du noch arbeiten musst.

    Bleib tapfer!

    Ganz liebe Grüße
    L.H.P. (Kim)

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    1. Danke liebe Kim! Ich weiß deine Worte wirklich sehr zu schätzen :)

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  3. Immer positiv bleiben, ich drück dich <3

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  4. Ich wünsche dir viel Glück für dein Examen. Toi toi toi!!!! <3 <3

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  5. Hallo Michelle, Deine letzten Bilder zeigen Fröhlichkeit und enge Verbundenheit. Du bist auf dem richtigen Weg. Prüfungen werden Dich immer begleiten, ob jetzt in der Schule oder im späteren Leben. Gönn Dir trotz all dem Lernstress eine kleine Auszeit, ich denke das hilft Dir vor den Prüfungen mehr als Dauerlernen. Ich drück Dir die Daumen.
    Liebe Grüße
    Ulrike

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  6. Ich freue mich für dich, dass du so eine Person in deinem Leben gefunden hast. Ich hatte eine Zeit lang viele Freunde, aber als ich dann "krank" wurde, habe ich gemerkt, wievielen diese Freundschaft so viel weniger bedeutet als mir. Aber die Freunde, die zu einem halten, einen helfen und sich nicht nur um ihre eigenen Probleme sorgen - an denen halte ich mich ganz arg fest. So wie du ☺ Ich hoffe, du findest noch mehr solcher Felsen, an denen du dich festhalten kannst! Glaub an dich =)

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